Weihnachten in St. Nazarius 2020

Andacht zur Heiligen Nacht

Wir laden Sie ein, diesen Gottesdienst zuhause mit uns zu feiern. Texte und Melodien finden Sie auch in unserer letzten Ausgabe von KREUZ+QUER auf den Seiten 6-9.

Eröffnung

LIEBE BRÜDER UND SCHWESTERN,

es war eine besondere Nacht vor über 2000 Jahren als Jesus Christus zur Welt kam. Gott wurde Mensch, abgeschieden in einem Stall vor Bethlehem. Ein stilles, einsames Geschehen. In diesem Jahr werden viele den Weihnachtsabend allein oder im kleinen Kreis begehen. Für sie alle ist diese Andacht als ein Moment des Gebetes und des Innehaltens gedacht.

Ihr Pfarrer Michael Bartmann

GEBET

Herr, unser Gott, in dieser hochheiligen Nacht ist unsdas wahre Licht aufgestrahlt.

Lass uns dieses Geheimnis im Glauben erfassen und bewahren, bis wir im Himmel den unverhüllten Glanz deiner Herrlichkeit schauen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Wir singen "Ich steh an deiner Krippe hier"

Ich steh an deiner Krippe hier

Evangelium nach Lukas 2,1-14

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.

So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.

Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zu teil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.

Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.

Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.

DIE LEGENDE VON DER ERSTEN WEIHNACHTSKRIPPE

Weihnachten 1223. Ein merkwürdiger Zug verlässt die kleine italienische Stadt Greccio. Die Mitternachtsmette ist gerade vorüber. Im flackernden Licht von rauchenden Pechfackeln und Kerzen ziehen Männer und Frauen, Junge und Alte, Reiche und Arme durch die Kälte der Nacht. Sie folgen einem Mann, der ihnen auf nackten Füßen vorangeht: Franz von Assisi.

Nach einer Weile gelangt die Prozession an den Rand des Waldes. „Damit ihr wirklich begreift, mit euren Händen und Herzen begreift, was an Weihnachten geschieht, habe ich euch hier hinaus geführt.“ Franziskus sanfte Stimme unterstreicht die Stille der Nacht. Sie haben eine Lichtung erreicht, in deren Mitte sich schemenhaft die Umrisse eines kleinen Stalles abzeichnen. Franziskus tritt näher und taucht die Szene in den Flackerschein seiner Fackel. Welche Überraschung: Eine Krippe ist da zu sehen, eine echte lebendige Krippe. Da liegt ein kleines Kind im Stroh. Ein Mann und eine Frau stehen in Gedanken versunken dabei und ein Ochse und ein Esel. Abermals beginnt Franziskus leise zu reden: „Weihnachten wird heute in der Kirche gefeiert - und das ist gut so. Aber angefangen hat es hier draußen. Diese Krippe erzählt uns allen ganz anschaulich ein großes Geheimnis: Gott ist so menschenfreundlich, dass er selber Mensch wird. Und wenn wir so zärtlich werden wie dieses Kind, so mutig wie seine Eltern und so einfalls-reich wie die Liebe, dann kommt er auch durch uns zur Welt.“

Ob es sich nun so oder anders zugetragen hat: Seit den Tagen des Franziskus bauen die Menschen Krippen. Zuerst verewigten berühmte mittelalterliche Meister die Weihnachtsgeschichte in Schnitzaltären, dann hielten die Krippen Einzug in beinahe jedes Haus: einfache und aufwendige, klassische und moderne Krippen aus Stein und aus Stroh, aus Holz, Ton, Wachs, Papier, Pappmaché und vielem mehr. Sie erinnern uns daran, dass wir Weihnachten mit unseren Sinnen erfahren müssen, denn sonst begreifen wir den Sinn nie.

Zu Bethlehem geboren
Stern über Bethlehem

Fürbitten

IN DIESER NACHT WOLLEN WIR UNSERE BITTEN VOR CHRISTUS BRINGEN:

MAN NENNT DICH WUNDERBARER RATGEBER:

Wir beten für die jungen Menschen, die vor wichtigen Entscheidungen stehen.
Wir beten für alle, die mit ihrem Leben unzufrieden sind und einen Neuanfang suchen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

MAN NENNT DICH STARKER GOTT:

Wir beten für die schwachen und schutzbedürftigen Menschen, für die noch nicht geborenen und die neugeborenen Kinder am Anfang – und für die Schwerkranken und Sterbenden am Ende ihres Lebens. Wir beten auch für alle, die auf der Flucht sind, die ihre Heimat verloren haben und unter Verfolgung und Gewalt leiden.
Wir bitten dich, erhöre uns.

MAN NENNT DICH VATER IN EWIGKEIT:

Wir beten für alle, die das Scheitern einer Beziehung erleben mussten. Wir beten für alle, die von ihren Familien oder Freunden enttäuscht worden sind. Wir beten für alle, die sich nach Geborgenheit und Gemeinschaft sehnen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

MAN NENNT DICH FÜRST DES FRIEDENS:

Wir beten für die Menschen in den zahlreichen Kriegs- und Krisengebieten unserer Erde. Für alle, die in ständiger Angst vor Tod und Gewalt leben müssen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir beten auch für unsere Verstorbenen, die nun teilhaben an der Freude des Himmels. Wir beten für alle, die um einen Menschen trauern, der in ihrem Leben für sie wichtig war.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir beten das Vater Unser

V Herr Jesus, du hast uns Gott als guten Vater gezeigt und uns gelehrt, ihn auch so anzusprechen. So dürfen wir beten:

A Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen und Schlußlied

GEBET

Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.

Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt.

Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Zum Abschluß singen wir "Stille Nacht"

Stille Nacht
Stille Nacht

Texte und Gottesdienstgestaltung: Pfarrer Michael Bartmann
An der Orgel: Thomas Adelberger